Frankreich / Maine - Anjou - Sommer 2002

Aller guten Dinge sind (doch nicht) drei !

 
Autor:
Eugen Ent
Reisemitglieder:
Eugen Ent
Bild von der Reise
Bild von der Reise
Bild von der Reise
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Start der Reise:
01.08.2002
Ende der Reise:
14.08.2002

Nun war es wieder einmal soweit, bereits zum dritten Mal sollte das Ziel unserer 4er Crew eine Hausbootfahrt in einem französischen Revier sein. Nach dem Canal de Bourgogne und der Charante hieß unser Ziel Anjou, wo wir die Flüsse Mayenne und Sarthe unsicher machen wollten.

Da wir schon gegen Mittag an der Basis in Chenillé-Changé eintrafen und unser Boot noch nicht fertig für die Übergabe war, entschlossen wir uns (das Gepäck durften wir in der Basis lassen) gleich Proviant zu fassen. In Le Lion d' Angers (11km von der Basis) gibt es einen großen Selbstbedienungsladen, wo wir uns gleich für eine ganze Woche mit den wichtigsten Lebensmitteln, Wein und sonstigen Getränken eindeckten. Frischwaren kann man überall am Weg in Orten oder bei Schleusen kaufen.
Zurückgekehrt vom Einkauf übernahmen wir unser Boot, eine Pénichette 1100. Die Basis wird freundlich und korrekt geführt, als Begrüßung erhält man eine Flasche Sekt und eine Informationsmappe über das Boot (nur französisch) sie über die Umgebung.
Wir beschlossen die erste Nacht an der Basis zu verbringen und den, vom Vercharterer erhaltenen Aperitivgutschein im nahegelegenen "La Table du Meunier", einem urgemütlichen Lokal mit erstklassiger Küche und gutem Service, einzulösen. Man sollte sich nicht von den relativ hohen, aber in jedem Fall gerechtfertigten Preisen der Menüs abschrecken lassen, die in der Informationsmappe angeführt sind. Man kann à la carte preiswert und wunderbar essen.
Am nächsten Morgen, wir konnten es kaum glauben, brannte die Sonne mit ihrer ganzen Kraft vom Himmel. Frisch und froh starteten wir unsere Fahrt in Richtung Laval.
Auch unsere langersehnten Grillabende mit anschließendem Lagerfeuer standen jetzt am Programm. Mit Hilfe eines im Supermarkt erstandenen Grillrostes, Holzkohle und ein paar Steinen war schnell ein brauchbarer Griller improvisiert.
Faulenzen und die Landschaft mit ihren Bewohnern genießen war nun angesagt, und so verging die zweite Woche wie im Fluge. In diesen sieben Tagen fuhren wir Chenillé-Changé über Château-Gontier (vor der Eisenbahnbrücke steuerbord findet man einen erstklassigen Ankerplatz) bis zu einem neben dem Fluss liegenden kleinen See (ca 4km nach Laval) und zurück. die ganze Strecke bietet wunderschöne, ruhige Ankerplätze sowie eine herrliche Umgebung ohne Industrie. Die Gegend wird vor allem durch Ackerbau und Viehzucht genutzt.
Die Rückgabe des Bootes war kurz und und unproblematisch, ganz im Gegensatz zum Einschlichten das Kofferraumes, denn es hatte sich doch einiges an Mitbringseln angehäuft.

Für uns ist Hausbooturlaub eine perfekte Symbiose aus Entspannung und der Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen. Auch wenn die Boote sehr einfach zu steuern sind, kann es nicht von Schaden sein, sich vor Antritt der Fahrt über die Navigation auf Flüssen und Kanälen, die Technik und das Handling des Bootes, so wie die Erfordernisse beim Anlegen zu informieren. Die Vermieter geben bereitwillig Auskunft und freuen sich über gezeigtes Interesse.
Die Versorgung mit Lebensmitteln ist überhaupt kein Problem. Man kommt dauernd durch Orte verschiedener Größe, in denen man fast zu jeder Zeit einkaufen kann. Auch die Wasserversorgung ist mustergültig, ebenso wie die Anlegestellen vor jeder Schleuse und Gaststege fast in jedem Ort.
Anjou ist sicher ein ideales Revier für Anfänger als auch für eingefleischte Hausbooturlauber. 
eines ist ganz sicher: aller guten Dinge sind nicht drei, denn wir werden, vielleicht schon im nächsten Jahr wieder mit einem Hausboot ein französisches Revier befahren. Sicher wieder mit einer Pénichette. Möglicherweise sogar wieder Anjou.