Frankreich / Burgund - Sommer 2013

Unser nächster Hausbooturlaub liegt vor uns.

 
Autor:
Gneist
Reisemitglieder:
Anonym
Bild von der Reise
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Bild von der Reise
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Start der Reise:
unbekannt
Ende der Reise:
unbekannt

Wir sind schon fünfmal gefahren und habendabei immer wieder kleine Abenteuer erlebt und auch nette Bekanntschaften gemacht. DerWeg nach Westen ist in Österreich immer wieder gleich. Darum beschlossen wir einenReisetag zu sparen und mit dem Autoreisezug und im Schlafwagen zu fahren. Dann kam dasgroße Hochwasser und im Zugverkehr war Chaos. Es war ein wiederholtes hin und her ob derZug nun fährt oder doch nicht.Aber dann war es soweit. Wir durchquerten Österreich im Nachtsprung mit Schlafwagen undAuto im Reisezug. Ab Feldkirch fuhren wir durch die Schweiz. Ein Besuch in Luzern mit derberühmten blumengesäumten Kapellbrücke war ein Höhepunkt des Tages.

Weiter ging die Fahrt über Basel, Belford und Besancone nach Arc et Senans imfranzösischen Jura. Dort hatten wir ein bezauberndes altes Hotel gebucht. Am nächstenMorgen stand die Besichtigung der ehemaligen königlichen Salinen auf dem Programm - einsehr interessantes Kleinod. Gegen mittag ging es weiter zum Burgundkanal nach Migenneszu unserem Boot.Wir waren zu viert unterwegs, zwei schon lange befreundete Familien - Christine und Wernersowie Lisl und Georg - alle bereits im Pensionsalter. Vor fünf Jahren hatten wir schon einegemeinsame Bootsfahrt unternommen - mit einem Boot des selben Typs, einer Corvette . Fürbeide Familien gab es im Bug sowie im Heck des Bootes je eine Doppelkabine mit Bad/WCund auch Stauraum für das Gepäck. Die Koffer konnten dadurch im Auto bleiben. Zwischenden Kabinen war ein geräumiger Aufenthaltsbereich mit Kombüse und auch der untereSteuerstand des Bootes. Auf dem Oberdeck waren der zweite Steuerstand und ein großerTisch mit vier Sesseln und Sonnenschirm. Zwei Klappräder konnten wir am Heck gutverstauen.

Nach den üblichen Formalitäten und eine kurzen Einschulung mit Probefahrt hatten wir danndas Boot eine Woche lang für uns. Wir sprechen kaum französisch, sind mit ein etwasenglisch und viel Gestik aber ganz gut durchgekommen. In einem benachbartenEinkaufsmarkt besorgten wir, was für die ersten Tage zum Leben notwendig war und gingenschließlich zum Essen zu einem Imbiß ums Eck. Wegfahren wollten wir am nächsten Morgenaufwärts in Richtung Tonerre. Zufällig fand an diesem Abend das jährliche Nautikfest imHafenbecken statt. Musik, Tanz und viele Leute bevölkerten das Ufer. Höhepunkt wird eineZeremonie, bei der Taucher Fackeln im Wasser in Figuren bewegten - zum Gedenken an dieToten des Wassers. Zum Abschluß gab es noch ein fulminantes Feuerwerk.Nach dem Frühstück mit Kaffee, Tee und aufgebackenem Baguette (geht wunderbar im Gas-Griller) ging unsere Fahrt bei strahlendem Wetter los. Es was Sonntag. Zunächst lag einelängere gerade Strecke mit zwei Schleusen und ein paar Brücken vor uns. Werner war dererfahrenere Bootfahrer und Kapitän des Bootes, Lisl löste ihn gerne am Steuer ab, Christineund Georg kamen bei den Schleusen und beim Anlegen zu ihrem Einsatz. Wir nutzten zumFahren immer den oberen Steuerstand und hielten uns während der Fahrt hauptsächlich auchoben auf.Bei der zweiten Schleuse zeigte sich dann schon ein Kriterium der Fahrt - das Warten auf denSchleusenwärter. Die Schleuse war für uns offen und wir konnten einfahren. Ein zweitesBoot folgte. Dann warteten in der Folge noch ein Boot hinter uns und eines das abwärtswollte - aber immer noch war kein Schleusenwärter in Sicht und auch keine Informationwann einer käme. Die Fahrzeiten auf dem Kanal waren durch die Betriebszeiten derSchleusen bestimmt. Diese waren von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. Die Mittagspausenäherte sich und wir waren erst wenige Kilometer weitergekommen. Mit Hilfe der Basisstellein Migennes kam dann doch noch die Schleusung vor Mittag noch zustande und wir konntenan einer schattigen Stelle bei Brienon neben dem Treidelweg mit Hilfe von Heringenfestmachen. Lisl hatte während wir in der Schleuse waren gekocht und nun genossen wirunser erstes Essen aus der Bordküche. Danach legten wir noch eine Siesta ein.

Am Nachmittag ging es weiter bis St. Florentine. Immer wieder waren die Schleusen eineGeduldssache. Grund dafür war offenbar, daß nicht alle Schleusen mit einem eigenen Wärterbesetzt waren - immer wieder hatte einer mehrere Schleusen zu bedienen. Dieses Problemgibt es in der Vorsaison. Leider gibt es in Schleusen keine Möglichkeit sich bemerkbar zumachen oder eine Nachricht zu bekommen - Geduld, Geduld, ..... Wir legten außerhalb vonSt. Florentine an einem schönen Platz in der Natur an und verbachten dort die Nacht. Lisl undGeorg gingen abends noch in die Stadt, Christine und Werner taten das am nächsten Morgenmit dem Fahrrad. Es war eine schöne alte Stadt mit einer großen Kirche und engen Gassen.An diesem Morgen gab es dort den Wochenmarkt mit vielen Ständen und großem Angebot.Weiter ging es dann mit unserem Boot. Schleuse um Schleuse hatten wir bereits einigeÜbung mit den Manövern gesammelt. Werner fuhr immer dort, wo es heikler war, Lisldazwischen auf dem offenen Kanal. Bei den Schleusen waren Christine, Lisl und Georg mitden Leinen beschäftigt und Georg half nach Kräften auch beim Öffnen und Schließen derSchleusentore. Das Fahren auf dem Kanal ist für uns sehr erhohlsam. Es ist dauernd einegewisse Aufmerksamkeit erforderlich, die von Gedanken an andere “Baustellen” totalablenkt. Die Sonne zeigte was sie kann und wir suchten für mittag wieder einen Platz mitSchatten. Diese waren aber rar. Nicht überall war das Ufer zum Anlegen geeignet, teilswegen zu üppigem Pfanzenwuchs, teils weil die Uferbefestigung kaputt war oder in Ufernähedas Wasser zu seicht war. Anlegepunkte mit Pontons oder einem Kai gab es nur selten.

Einen solchen Platz fanden wir schließlich in Flogny la Chapelle. Dort gab es Schatten undauch Wasser für das Boot und bei der Gelegenheit auch eine Abkühlung mit demWasserschlauch. Wir beschlossen, bis zum nächsten Morgen dort zu bleiben und auch auf derRückfahrt wieder dort anzulegen. Zu den Geschäften im Ort war ein kleiner Fußmarschnotwendig. Glücklicherweise erstanden wir noch die letzten Baguette, die anderen Geschäftehatten zu. Leider war keine Milch zu kriegen. Wir holten wieder Tisch und Sessel von Bordund übersiedelten in den Schatten. Nach Sonnenuntergang kam ein heftiges Gewitter auf mitkurzem aber starkem Sturm und Regen sodaß wir im Boot sitzen mußten. Am nächstenMorgen (Dienstag) hatte der Lebensmittelladen doch aufgesperrt und es gab auch Milch. Mitnoch einer Ladung Baguettes und auch Croissants ist das Frühstück auch ganz gelungen.Das nächste Ziel war Tonerre, das wir bis Mittag auch erreichten. Nach dem Essen warenBesichtigungen geplant und auch Einkäufe. Es war wieder sehr heiß. Nach dem alten “HotelDieu” und dem berühmten Waschhaus ergatterten wir wieder die letzten beiden Brote undkehrtem zum Boot zurück. Von dem Waschhaus waren wir etwas enttäuscht. Es waren überund über Algen in dem Wasser. Das gehörte jedoch offenbar dazu. Der Einkaufsmarkt wäreein Stück abseits gewesen und wir waren bei der Hitze nicht bereit, soweit zu gehen. Wirsetzten die Fahrt in Richtung Tannay fort und fanden knapp davor einen schönenAnlegeplatz. Die Fahrt nach Tonerre war von sehr vielen Algen im Wasser des Kanalsbehindert. Diese verfingen sich beim Warten von Schleusen beim Schiffsantrieb undbehinderten fühlbar die Fahrt. Erst bei dem Umkehrmanöver vor Tannay konnten wirungeliebte Fracht wieder loswerden. Wir waren am Wendepunkt unserer Fahrt angekommen- ja eine Woche vergeht sehr rasch. Lisl und Georg gingen abends noch nach Tannay,Christine und Werner fuhren am nächsten Morgen mit dem Rad dorthin. Das Schloss konnten wir nur von außen sehen, da wir auf die Öffnungszeiten nicht warten konnten.

Zurück ging es nun an Tonerre vorbei mit dem Ziel in Flogny la Chapelle. Mit Glück fertigteuns eine freundliche “Mademe de Ecluse” vor Mittag noch ab und verschob ihr Mittagessen.Christine fuhr von der Schleuse mit dem Rad voraus um einen schattigen Anlegeplatz zufinden. Wir legten an, aßen und gaben uns nach dem Mahl noch einer Siesta hin. Christinefuhr dann mit dem Rad zur nächsten Schleuse voraus und ließ die Schleuse öffnen. Nach denanfänglichen langen Wartezeiten war die Warterei vor den Schleusen nun nicht mehr sostörend. Inzwischen zog in der Nähe ein Gewitter auf und wir versuchten möglichst raschnach Flogny zukommen. Wir erreichten den Platz mit den ersten Regentropfen und hattendort gerade noch Platz zum Anlegen. Der Regen war bald vorbei und wir blieben wieder überNacht da.Nach morgentlichem Einkauf und Frühstück fuhren wir weiter. Vor St. Florentine hatten wirnoch eine Mittagsrast eingelegt. Dann war wieder Geduld gefragt bis der Schleusenwärterkam, doch der hatte wieder mehrere “Ecluses” zu bedienen. Dafür begleitete er uns gleich zurnächsten Schleuse, die wir dann auch rasch hinter uns brachten. Wie am Vortag entwickeltesich wieder ein Gewitter. Wir mussten noch nach Brienon kommen, da die Ufer bis dahinzum Anlegen nicht geeignet waren. Der Regen ging jedoch etwas früher beim Warten voreiner Schleuse los und wir fuhren bei Regen bis Brienon und legten an den Pier an. DerHafenmeister war rasch da, wir mußten noch etwas rücken und bekamen ein Ticket für dieNacht. Die Sonne kam rasch wieder und wir gingen nach Brienon hinein. Eine alte Stadt, dieschon bessere Zeiten gesehen hat. Seit der Kanal seine wirtschaftliche Bedeutung verlorenhat, sind mit den Arbeitsplätzen auch die Leute abgewandert. Übrigens gibt es dort auch einWaschhaus, das uns viel besser als das in Tonerre gefallen hat. Neben dem Anlegeplatzbefand sich noch ein grösserer Einkaufsmarkt, den wir noch besuchten.

Am nächsten Morgen - es war schon Freitag, unser letzter Tag an Bord - ging es zurück nachMigennes. Eine gerade Strecke, wieder Geduld vor der Schleuse und dann legten wir an derBasis an. Wir hatten vor, nach dem Essen mit dem Auto noch eine Besichtigungsfahrt nachJoigny und Sens zu unternehmen. Es sind das sehr sehenswerte Städte und wir waren frohdiese gesehen zu haben. Das Radfahren ist diesmal etwas zu kurz gekommen. Zum Teilwaren die Wege entlang des Kanals nicht einladend, auch waren wir durch die große Hitzeabends nicht mehr zum Fahren aufgelegt.Die letzte Nacht noch an Bord, Kofferpacken und am nächten Tag noch die Abrechung, dannbegann die Rückfahrt. Wir hatten die Hotels für die Rückfahrt auch schon vorbestellt undfuhren samstags bis knapp vor Chamonix, besichtigten noch den beühmten Ort und sahen einBißchen vom Mont Blanc. Nach dem Frückstück, bei dem wir zwei nette Praktikantinnen ausder Retzer Hotelfachschule trafen, ging es durch den Mont Blanc-Tunnel in das Aostatal undweiter bis Mailand. Nach kleinen Tubbles mit der Hotelbuchung konnten wir die Innenstadtbesichtigen und eine italienische Pizza verzehren. Die nächste Station war dannn Udine, wowir über Jahrzehnte nur vorbeigefahren sind. Es war eine sehr lohnende Besichtigung miteinem Abendessen in einem Restaurant am alten Marktplatz.Dann ging es endgültig nach Hause, noch ein traditionellen Abschlußessen in Ligist dannkamen auch die Katzen vorsichtig zur Begrüßung.

PS: Wir haben schon die nächste Bootsfahrt gebucht - nächstes Jahr, aber zwei Wochen ander Saone bzw. Canal de Voges.